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Kohle statt Komfort


Kohle statt Komfort

Von Franziska Dähn

Unsanierte Wohnungen liegen im Trend. Doch in Dresden sind sie kaum noch zu haben.

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Die werdenden Eltern Katrina Lapp und Matthias Munder aus Leipzig suchen bereits seit vier Monaten nach einer unsanierten Wohnung oder Wohngemeinschaft in Dresden. Doch das ist gar nicht so einfach – und auch nicht immer billig. Foto: André Wirsig
Laminatfußboden in Nussholzoptik, eine knallrote Ikea-Küche, sechs Zimmer. Der Traum einer jeden Wohngemeinschaft ist 150Quadratmeter groß und soll knapp 1000 Euro Miete kosten. Der WG-Traum ist nur leider nicht der von Katrina Lapp und Matthias Munder: „Die abgehängten Decken, das Laminat – die Wohnung hat doch keinen Charme“, sagt Munder. Er wünscht sich ein gemütliches Nest: „Gern mit Ofenheizung und Dielen, nicht so totsaniert“, sagt Munder.

Der 29-Jährige ist im Januar von Leipzig nach Dresden gezogen. Seine Freundin Katrina erwartet ein Baby und möchte hinterherziehen. Aber Kohlen statt Komfort? Auch Lapp ist davon überzeugt: „In unsanierten Wohnungen ist die Hausgemeinschaft oft angenehmer, weniger anonym. Vielleicht schweißt das gemeinsame Kohleschippen zusammen“, so die 28-Jährige.

Kaum Angebote online

Das Paar hat nur ein Problem: Ihre Wunsch-WG in Leipzig war schnell gefunden, in Dresden suchen sie bereits seit vier Monaten nach einer passenden Bleibe. „Unsanierte Wohnungen werden oft unter der Hand weitervermietet. Und in Internetportalen findet man kaum Angebote “, sagt Munder. Dabei sei er gar nicht auf einen Stadtteil geeicht, in Pieschen, Trachenberge Nord und in Striesen hätten sie sich bereits Wohnungen angeschaut.

Nach Schätzungen der TU Dresden waren 2008 von den damals rund 292600 Wohnungen in Dresden noch 11Prozent unsaniert, weitere zwei Prozent in einem ruinösen Zustand. Von Wohnungsleerstand betroffen waren vor allem Altbauten: Etwa 43 Prozent des Leerstands befand sich in Wohnungen, die bis 1918 errichtet wurden. Belastbare aktuellere Zahlen gibt es nicht. Der Großvermieter Gagfah etwa erhebt diese Daten nicht.

„Un- oder teilsanierten Wohnraum gibt es in Dresden kaum noch“, sagt Ronald Andraczek vom Maklerbüro M-Quadrat. „Die Bauträger suchen inzwischen krampfhaft nach Sanierbarem.“ Petra Becker vom Mieterverein beobachtet, dass der Anspruch der Mieter an den Zustand der Wohnungen eher steigt. „Es gibt allerdings ein bestimmtes Klientel, das sich für unsanierten, preiswerten Wohnraum interessiert, etwa Studenten.“

Auch Karolin Hentschel sucht noch nach einer Altbauwohnung, „gerne unsaniert“. Die Studentin heizt ihre Weimarer Wohnung mit Kohle und hat entsprechend pragmatischere Gründe als das Paar aus Leipzig. „Solche Wohnungen sind einfach günstiger, und man muss sich nicht bei jedem neuen Loch in der Wand Gedanken machen“, sagt sie.

Diesen Kostenvorteil sieht Makler Andraczek hingegen nicht: „Der Mietmarkt in Dresden ist ein Vermietermarkt, selbst unsanierter Wohnraum ist inzwischen mit Quadratmeterpreisen von vier bis 4,50 Euro dabei.“ Auch Petra Becker beobachtet gerade im un- oder teilsanierten Bereich hohe Preissteigerungen. „Diese paradoxe Situation kommt zustande, weil dort hohe Mieterfluktuation herrscht. Bei Neuvermietungen werden höhere Abschlüsse erreicht, als es für Bestandsmieten gilt.“ Hentschel hat online eine Anzeige geschaltet und durchforstet das Netz, über Makler ist sie gar nicht erst gegangen: „Auch von Freunden bekomme ich Tipps, wo was leersteht. Aber oft werden die Wohnungen gar nicht mehr vermietet, weil sie saniert werden sollen.“

Konkurrenz bei Besichtigung

Kommt doch ein Besichtigungstermin zustande, ist die Konkurrenz groß. Katrina Lapp und Matthias Munder sahen sich zuletzt zehn Interessenten gegenüber. Dafür gab es „fünf Schichten Laminat, das Bad in der Küche, aber den Blick auf die Martin-Luther-Kirche“, sagt Lapp. Die beiden haben trotzdem die Hoffnung nicht aufgegeben, bald etwas zu finden. „Wir können ja den Babybonus geltend machen.“ 

Ich möchte untervermieten. Brauche ich eine Erlaubnis?


DER KOMPETENTE RATGEBER DIE WICHTIGSTEN VERTRAGS-REGELN RUND UM DIE WOHNGEMEINSCHAFT

Ich möchte untervermieten. Brauche ich eine Erlaubnis?

30. August 2011 07.00 Uhr, BZ

Für einen allein ist die Wohnung zu teuer, aber wenn man sie sich zu zweit oder dritt teilen würde, ginge es. Diese Rechnung machen nicht nur Studenten auf, die eine Wohngemeinschaft (WG) gründen. Auch Mieter, die allein in einer großen Wohnung leben, vermieten gern ein Zimmer. Was muss man dabei beachten?

Hier die wichtigsten Fragen, beantwortet von Ulrich Ropertz (Deutscher Mieterbund).Was ist eine Wohngemeinschaft (WG)?Davon spricht man, wenn mehrere Personen (ohne eine Familie zu sein) in einer Wohnung leben.Wir wollen eine WG gründen. Reicht es, wenn nur einer den Mietvertrag unterschreibt?Ja. Unterschreibt nur ein Hauptmieter den Vertrag, ist er auch allein verantwortlich. Das gilt für die Zahlung von Miete und Nebenkosten sowie für Schönheitsreparaturen. Die Mitbewohner können mit Einverständnis des Vermieters Untermieter werden. Sie haben aber praktisch keinen eigenen Kündigungsschutz.Was passiert, wenn der Hauptmieter kündigt?Dann müssen auch die Untermieter raus, wenn sie sich nicht mit dem Vermieter auf einen neuen Vertrag einigen.Tipps, die Ärger vermeiden:Im Mietvertrag sollte stehen, dass die Wohnung an eine WG vermietet ist.Der Vertrag sollte die Anzahl der möglichen erlaubten Mitmieter enthalten.Gut ist auch die schriftliche Erlaubnis, dass für ausgezogene Bewohner andere einziehen dürfen.Können wir bei einer WG alle den Mietvertrag unterschreiben?Ja, auch das ist möglich. Unterschreiben alle, haften sie gemeinsam für Forderungen des Vermieters. Will der Vermieter kündigen, muss er das allen gegenüber tun. Auch die Mieter können nur gemeinsam kündigen.Kann auch jeder für sein Zimmer einen eigenen Mietvertrag abschließen?Ja. Das hat allerdings auch Nachteile. Sie haben keinen Einfluss darauf, wer Ihre Mitmieter sein werden.Vorsicht: Befinden sich die möblierten Einzelzimmer in der Wohnung des Vermieters, kann er bis zum 15. des Monats kündigen.Ich will ein Zimmer meiner Wohnung untervermieten. Muss der Vermieter das genehmigen?Ja. Der Mieter hat aber Anspruch auf die Erlaubnis des Vermieters, wenn ein berechtigtes Interesse besteht (z. B. Kostenreduzierung).Was kann passieren, wenn ich ein Zimmer weitervermiete, ohne auf die Untervermietung einen Anspruch zu haben?Dann darf der Vermieter das verbieten. Er kann sogar wegen Vertragsverletzung kündigen. Voraussetzung ist aber, dass der Vermieter den Mieter vorher abmahnt und der Mieter weiter untervermietet.Kann der Vermieter die Miete erhöhen, wenn ich ein Zimmer untervermiete?Nein, normalerweise nicht. Allerdings kann er die Vorauszahlungen für die Betriebskosten ändern und erhöhen, wenn die Kosten nach Personenzahl auf die Mieter im Haus verteilt werden.

WM-Gold für Tübinger Wohngemeinschaft


ARTIKEL VOM 08. SEPTEMBER 2011

WM-Gold für Tübinger Wohngemeinschaft

Die süddeutschen Leichtathleten sind bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Daegu leer ausgegangen. Allerdings brachten zwei Exil-Kenianer Medaillen ins Schwabenland.
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Eine Leichtathletik-Goldmedaille aus Daegu im Schwabenland: 800-Meter-Weltmeister David Rudisha (rechts) mit Bernard Lagat in Tübingen. Foto: Anne Faden
Eine Leichtathletik-Goldmedaille aus Daegu im Schwabenland: 800-Meter-Weltmeister David Rudisha (rechts) mit Bernard Lagat in Tübingen. Foto: Anne Faden




Tübingen - David Rudisha strahlt. Es ist eine Mischung aus Freude über die Anerkennung für seine Leistung - und Schüchternheit. Er spricht leise. In den Händen hält er ein rotes Säckchen. Hier ist sie drin, die Goldmedaille. Es war ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg, mit dem der 22-Jährige mit seinen langen Schritten über die 800-Meter-Distanz in 1:43,91 Minuten zu seinem ersten WM-Gold lief. "Ich bin sehr glücklich. Das war immer mein Traum", sagt der Kenianer in Tübingen.

Eine gute Woche nach seinem Triumph ist er zurück am Neckar. Hier wohnt und trainiert der 800-Meter-Weltrekordler (1:41,01 Minuten) im Sommer. Und hier holte er sich die Form für Daegu. "Das Haupttraining habe ich hier absolviert", sagt Rudisha. Im Frühjahr litt er unter einer Sehnenreizung am Sprunggelenk. Deshalb riet Manager James Templeton seinem Schützling Rudisha, schon Ende Mai nach Tübingen zu fliegen. Hier bekam er bei Physiotherapeut Thilo Nowak die Behandlung, die Gold ermöglichte. "Das war eine fantastische Grundlage", sagt Templeton.

Seit 1998 schickt der Australier seine kenianischen Spitzenläufer im Sommer ins Neckartal. Von hier aus reisen die Sportler zu den Wettkämpfen in Europa, Tübingen ist das Basislager. Anfangs mietete Templeton das Haus in der Mallestraße noch, mittlerweile hat er es gekauft. Jeden Sommer wohnen bis zu acht Athleten in der Wohngemeinschaft über vier Etagen.

Den Tipp mit Tübingen bekam Templeton von einem Mitarbeiter eines Sportartikel-Herstellers. Zunächst hatte er es nämlich mit seiner Läufer-Combo in London versucht. Doch dort waren die Bedingungen schlecht. In Tübingen gefällt es ihm da doch besser: Der nahe Naturpark Schönbuch bietet gute Trainings-Bedingungen, der Flughafen in Stuttgart ist nicht weit. Und die Läufer sind glücklich. "Es fühlt sich für die Jungs an wie zu Hause zu sein", sagt Templeton: "Sie leben zusammen wie eine Familie." Auch in der lokalen Laufszene zeigen sie sich: Unter der Woche trainierte Rudisha mit Olympiasieger Dieter Baumann und rund 100 Freizeit-Sportlern im Schönbuch.

Einer der ersten, der in Tübingen durch die Wälder rannte war Bernard Lagat. Nach dem Doppelweltmeister von 2007 haben sie in der Läufer-WG mittlerweile sogar ein Waldstück benannt, erzählt Rudisha: "Lagats Forest". Bei der WM in Daegu holte Lagat jüngst Silber über 5000 Meter. Wäre er nicht gerempelt worden, hätte es auch Gold sein können. Lagat, der mittlerweile für die USA startet, fühlte sich so wohl in Tübingen, dass er aus der Läufer-WG ausgezogen ist und mit seiner Familie ein Haus gekauft hat.

Beim Meeting im italienischen Rieti am Wochenende sind beide am Start. Vor einem Jahr verbesserte Rudisha dort seinen eigenen Weltrekord. Ist das wieder möglich? "Vielleicht läuft es ja ganz gut", sagt Rudisha und strahlt vielsagend.
Redaktion: VINCENT MEISSNER

HORIZONT Check: "Berlin Tag & Nacht" startet schwach, hat aber Potenzial


HORIZONT Check: "Berlin Tag & Nacht" startet schwach, hat aber Potenzial


Meike spielt die Hauptrolle in  
Meike spielt die Hauptrolle in "Berlin Tag & Nacht"
Da hat sich RTL 2 sicher mehr erhofft. Die 120-teilige Serie „Berlin Tag & Nacht“ startete gestern mit einem mauen Marktanteil von 4,1 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen, das waren lediglich 300.000 Zuschauer. Der Auftakt dürfte den Sender hart treffen, ist „Berlin Tag & Nacht“ doch eine der aufwendigsten Produktionen von RTL 2, deren Start zudem breit beworben wurde. Dabei hat das neue Format, das RTL 2 selbst als „Realtainment“ bezeichnet, echtes Potenzial. 
 
In „Berlin Tag & Nacht“ kreuzt RTL 2 zwei Formate: Die Daily Soap und Scripted Reality. Die Schauspieler hatten ihr Debüt in gescripteten Produktionen des Senders und wurden danach gecastet, dass sie auch im echten Leben wieder erkennbare Besonderheiten haben. Diese sind in ihre Rollen in „Berlin Tag & Nacht“ eingeflossen. Die Serie, die anmutet wie eine spannendere Variante von „Big Brother“, spielt in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Kreuzberg und startet mit dem Auftauchen der blonden attraktiven Meike. Diese ist von ihrem Exfreund Marcel eingeladen worden, von Hamburg nach Berlin in das freie WG-Zimmer zu ziehen. Marcels sechs Mitbewohner reagieren gereizt – hat er Meikes Kommen doch nicht angekündigt. Vor allem die in den angehenden Künstler verliebte Ceylan ist sauer.

Meike in Aktion
Meike in Aktion
„Berlin Tag & Nacht“ bietet damit alles, was Serienjunkies brauchen: Es hat vielfältige Handlungsstränge, polarisierende Charaktere, spielt in „der angesagtesten Stadt der Welt“, wirkt irgendwie echt und nahbar und läuft jeden Wochentag. Über Qualität lässt sich bekanntlich trefflich streiten, aber handwerklich und von der Besetzung her, ist das Format sauber realisiert. Und es passt auch gut in den Umbau, den Programmdirektor Holger Andersen vorantreibt. Er versucht mit Anpassungen des Programmschemas einen harmonischen Audience Flow herzustellen. Die Kinderschiene am Nachmittag ist dafür bereits aus dem Programm geflogen. Stattdessen beginnt RTL 2 nun schon ab 11 Uhr mit Wiederholungen von Doku Soaps und gescripteten Formaten Zuschauer einzusammeln. Bislang allerdings mit keinem sichtbaren Erfolg. Im Jahrestrend liegt die Quote in der jüngeren Zielgruppe bei 5,6 Prozent und damit um 0,4 Prozentpunkte unter dem Marktanteil 2010.
 
Angedacht ist „Berlin Tag & Nacht“ vom Sender, um eine Alternative zu „Big Brother“ bieten zu können, dessen Finale gestern mit 740.000 Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren und einem Marktanteil von 8,3 Prozent endete. „Big Brother“ bringt dem Sender verlässlich Quote, die wiederum sichtbar fehlt, wenn die Staffeln enden. „Berlin Tag & Nacht“ startete gestern auf dem eigentlichen „Big Brother“-Sendeplatz um 19 Uhr. Auch in Sachen Audience Flow hatte das Format damit eigentlich eine brauchbare Vorlage: Um 18 Uhr laufen die gescripteten Urlaubsstorys „X-Diaries“, im Anschluss kamen die „RTL 2 News“ und „Big Brother“. 
 
Dass es trotzdem nicht geklappt hat, könnte zwei Gründe haben: Zum einen sind die „Big Brother“-Zuschauer vielleicht erst heute, nach dem Auszug ihrer Stars aus dem überwachten Haus, bereit, sich auf neue Gesichter einzulassen. Das müsste sich dann bereits heute Abend in den Quoten widerspiegeln. Oder aber die „Big Brother“-Zuschauer wollen keine Serie sehen und weichen auf andere Formate aus. Dann müsste RTL 2 für „Berlin Tag & Nacht“ eine völlig neuen Zuschauerstamm aufbauen. Das könnte schwierig werden, denn parallel läuft auf RTL die Daily Soap „Alles was zählt“, die eine treue Zuschauerschaft hat. 

 
Vielleicht braucht RTL 2 auch nur einen langen Atem. Auch „Alles was zählt“ hatte am Anfang deutliche Probleme und ist erst über Internet-Abrufe groß geworden. Im Kern ist es auf jeden Fall ein zu RTL 2 passendes, im besten Sinne trashiges und gut umgesetztes Format für den Sender, das im Zuschauermarkt gut funktionieren sollte. pap

Shipping containers used to create low-income housing


It seems difficult to overstate the versatility of the humble shipping container. Just recently we’ve seen it used to create a pop-up shopping mall and a touring kitchen; past sightings have included pop-up health clinicsrestaurants and hotel rooms. The latest spotting? Citihub Mandaluyong, a dormitory in the Philippines that’s built from shipping containers and designed for low-income workers and students.
The brainchild of Manila’s Arcya Commercial Corporation, Citihub Mandaluyong is situated on a stretch of land in Mandaluyong along the Pasig River, according to a report on the Manila Bulletin. Four shipping containers make up the dorm, which includes separate air-conditioned housing and bathrooms for men and women. Pricing is just PHP 1,500 per month including water and electricity.
Besides fulfilling what’s clearly a pressing unmet need, Citihub Mandaluyong is also a perfect example of what our sister site would call a functionall offering — one that’s simple, inexpensive and designed primarily with low-income consumers in mind. It also seems ripe with global potential; one to emulate in your neck of the woods?

9flats und Wimdu entlassen Mitarbeiter: Hau-Ruck-Methode funktioniert nicht [Update]


9flats und Wimdu entlassen Mitarbeiter: Hau-Ruck-Methode funktioniert nicht [Update]

Das Geschäft mit dem privaten Unterkunftsmarkt hat uns in diesem Jahr ein wenig überrollt. Wie aus dem Nichts waren sie plötzlich alle da: Junge Unternehmen wie Airbnb aus den USA und schon bald deutsche Pendants dazu: AccoleoStatthotel9flats und Wimdu. Der Clou: Statt überCouchsurfing das Abenteuer zu suchen oder ein Hotel zu buchen, zahlt man beim Besuch einer fremden Stadt einfach ein paar Euro für eine Privatunterkunft. Keine schlechte Idee, aber ein Milliardenmarkt? Das muss sich erst zeigen. Accoleo und Statthotel wurden von Airbnb übernommen, die auf dem deutschen Markt Großes vorhaben. Und innerhalb nur weniger Monate stampften das Samwer-finanzierte Wimdu 400 Mitarbeiter und das Hamburger 9flats 100 Mitarbeiter aus dem Boden. Von denen müssen einige nun wieder gehen.
Wie Gründerszene unter Berufung auf Wimdu-Geschäftsführer Arne Bleckwenn am Freitag meldete, hat Wimdu bereits im Juli nach eigenen Angaben 45 Mitarbeiter entlassen, davon 25 in Deutschland. Wimdu-Sprecherin Nikola Günther bestätigte mir die Zahl gerade am Telefon, nannte “zu schnelles Wachstum” als Grund, sieht darin aber kein Abkühlen des Marktes. Und wie Deutsche Startups gestern meldete, müssen auch bei 9flats “weniger als 20″ der 100 Mitarbeiter gehen. Laut Gründer Stephan Uhrenbacher habe sich der Fokus verschoben. Man wolle sich künftig auf die Gewinnung von Kunden konzentrieren statt auf neue Partner für den Mietmarkt. More →

Fulda. Umbau eine Finanzamts in eine Studentenhaus


Die Studenten

Nach Auszug der Behörden ist das denkmalgeschützte ″Alte Finanzamt″ zu einem „Studenten-Campus“ umgebaut worden. Alle Einheiten sind an das Studentenwerk Gießen vermietet. Das fertig gestellte Gebäude wird im Herbst 2009 dem Studentenwerk Gießen als Hauptmieter übergeben. In dem Gebäude befinden sich im Erdgeschoss, 1. Ober-, 2. Ober- und Dachgeschoss insgesamt 81 Studenten-wohnungen von ca. 20 bis 46 Quadratmeter Größe. Ein Teil der Studentenwohnungen ist behindertengerecht ausgestattet, ein Teil als WG-Wohnungen vorgesehen.

Bei der Projektentwicklung wird in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde sehr sorgsam in das unter Denkmalschutz stehende Gebäude eingegriffen. So soll das bestehende Treppenhaus als Haupterschließung unverändert bestehen bleiben. Ebenso erfährt die Fassade zum Heinrich-von-Bibra-Platz bzw. zur Christus-Kirche mit Ausnahme einer neuen Farbgebung keine Änderung. Lediglich die zum Schlossgarten, mit Sicht auf den Frauenberg, stehende Nordseite des Dachgeschosses wird, auch in Abstimmung mit dem Denkmalschutz, flächenmäßig geöffnet, so dass im Dachgeschoss ebenfalls Studentenwohnungen untergebracht sind.
Alle Studentenapartments erhalten eine sehr moderne Nasszelle mit Waschtisch, wandhängendem WC und Dusche. Jedes Apartment hat im Wohnbereich einen Internet fähigen Telefonanschluss und Kabel-TV, alternativ Satelitten-Anschluss. Zu jedem Apartment gehört ein Abstellraum. Daneben sind im Kellergeschoss Waschräume und Fahrrad-Abstellräume untergebracht. Die Apartments sind komplett mit Schreibtisch, Bett, Tisch, Stühlen, Kleider-, Küchenschrank und Küchenzeile möbliert. Dieses besondere Wohnangebot und die perfekte Lage des Gebäudes wird von den Studenten mit Begeisterung aufgenommen und sorgte dafür, dass alle Appartements das Studentenwohnheim schon am ersten Tag voll belegt waren.

Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes
Studenten des Heinrich-von-Bibra-Platzes


Campus Real Estate will bundesweit neue, bezahlbare Wohnkonzepte für Studenten schaffen


Campus Real Estate will bundesweit neue, bezahlbare Wohnkonzepte für Studenten schaffen

Studentenwohnungen im Wandel: Die Stuttgarter Campus Real Estate, die als Tochterunternehmen aus der Alta Fides AG, einem Unternehmen, das sich schwerpunktmäßig mit der Projektentwicklung und dem Handel von Wohnimmobilien beschäftigt, hervorgegangen ist, wird in Immobilien für Studenten investieren. Der Name Campus ist hier sozusagen Programm. In Erlangen ist bereits das erste Objekt in Bau, in den nächsten 5 Jahren sollen dann insgesamt. 12.500 Einzimmer-Apartments entstehen. Firmenintern spricht man, sollte das Konzept aufgehen, von bis zu 20.000 dieser Wohnungen in den kommenden 10 Jahren.

Die Campus Real Estate baut bei ihren Plänen auf die Prognosen für die Studentenlandschaft Deutschland. Hiernach soll sich die Zahl der Studierenden in den nächsten Jahren massiv erhöhen, nicht zuletzt durch die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre. Expertenschätzungen zufolge bewegt sich die Zahl der kommenden Studienanfänger um die 70.000, der Bedarf an Studentenwohnungen liegt bei 30.000. Hier setzt Campus nun den Hebel an. Das Unternehmen will in direkter Umgebung der Universitäten und Fachhochschulen auf Flächen ab 1.500 Quadratmetern bauen oder bereits vorhandene Gebäude wie z. B. alte Hotels, Kasernen etc. sanieren. Es sollen Wohnanlagen mit maximal sechs Geschossen entstehen, die bis zu 250 Apartments à 26 Quadratmeter Wohnfläche beherbergen. Die Wohnungen sind teilmöbliert geplant, Bett, Schrank, Schreibtisch, Küchenzeile und Dusche sind bereits in der Grundausstattung enthalten.


Auch den Vermietungspreis hat das Unternehmen bereits fixiert, er liebt bei rund 13 Euro pro Quadratmeter, was eine Warmmiete von rund 400 Euro pro Wohneinheit bedeutet. Und auch hier hat die Campus Real Estate wohl kalkuliert. Neuesten Erhebungen des Deutschen Studentenwerks zufolge haben 14 Prozent der 2 Millionen deutschen Studenten monatlich mehr als 1.000 Euro zur Verfügung, 4 Prozent sogar mehr als 1.300 Euro. Die Vermietung erfolgt semesterweise und auch um die Nachvermietung sowie Renovierung will sich Campus selber kümmern. Der studierende Mieter geht somit keinerlei Verpflichtungen ein und bleibt flexibel.
Auf lange Sicht will das Stuttgarter Unternehmen 70 Prozent der Bauten selber halten, hier wäre auch die Auflegung eines REITS denkbar, 30 Prozent sollen sukzessive veräußert werden, um weiter Projekte auf die Schiene bringen zu können.
Neben dem bereits angelaufenen Projekt in Erlangen befinden sich weitere Komplexe in Leipzig, Karlsruhe, Heidelberg und Stuttgart in der heißen Planungsphase. Dass momentan hauptsächlich Objekte im Süden verwirklicht werden, liegt laut Aussage der Geschäftsführung lediglich am süddeutschen Firmenstandort. Zukünftig seien auch Wohnanlagen in Norddeutschland, beispielsweise der Studentenhochburg Münster, denkbar.
Wenn diese neuen Wohnkonzepte, die neben dem Wohnnutzen auch noch mit attraktiven Freizeitangeboten wie geplanten Gemeinschaftseinrichtungen locken, kein Anreiz zum Studieren sind! Laut OECD hinkt Deutschland bei den Studentenzahlen noch hinterher, vielleicht nicht mehr lange…

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